BT 12: ANBOHREN VON ASBESTZEMENT-FASSADENPLATTEN – ANBOHRVERFAHREN

1        Anwendungsbereich

Lochbohrungen (mit einem Durchmesser von max. 16 mm) in ebene Asbestzement-Fassadenplatten für das Anbringen von Gerüstverankerungen. Ebenso bei Instandhaltungsarbeiten (wie z. B. Setzen von Dübellöchern zur Befestigung locker sitzender Fassadenplatten).

2 Organisatorische Maßnahmen

Benennen Sie einen sachkundigen Verantwortlichen nach TRGS 519 Nr. 5.4.1.
Das Beaufsichtigen der Arbeiten muss durch eine sachkundige und weisungsbefugte Person nach TRGS 519 Nr. 5.2 erfolgen.
Spätestens 7 Werktage vor Beginn der Arbeiten muss eine unternehmensbezogene Anzeige an die zuständige Aufsichtsbehörde erfolgen.
Erstellen Sie eine schriftliche Betriebsanweisung sowie eine Unterweisung aller der beim Umgang mit asbesthaltigen Gefahrstoffen Beschäftigten. Erstellen Sie außerdem eine Gefährdungsbeurteilung.
Die Arbeitsausführung darf nur durch fachkundige Personen und durch in das Arbeitsverfahren eingewiesenes Fachpersonal erfolgen.

3 Arbeitsvorbereitung

Der Arbeitsbereich muss zunächst eingegrenzt und gekennzeichnet werden.
Nachstehende Arbeitsmaterialien müssen bereitgestellt werden:

  • Hilti-Bohrhammer mit entsprechender Staubabsaugung
  • Hilti-Bohrer mit einem erforderlichen Durchmesser von max. 16 mm und einer Arbeitslänge von max. 100 mm
  • Ersatzstaubbehälter mit einem Deckel
  • mind. 3 cm breites Klebeband
  • Sicherheitsaufkleber „Achtung, enthält Asbest“ und Asbestwarnschilder
  • 10-l-Eimer, zur Hälfte gefüllt mit entspanntem Wasser (z. B. 2 ml Spülmittel auf 5 l Wasser)
  • Atemschutzmaske (mind. P2-Filter)

4 Arbeitsausführung

Inbetriebnahme und Arbeiten mit dem Bohrhammer:

  • Verbinden Sie den Bohrhammer mit dem entsprechenden Staubmodul.
  • Schieben Sie den Staubbehälter ein.
  • Setzen Sie den Bohrer ein.
  • Stellen Sie den Funktionswahlschalter auf „Bohren ohne Schlag“ ein. Setzen Sie den Bohrhammer auf die Fassadenplatte auf. Achten Sie darauf, dass der Absaugkopf der Staubsaugabdeckung dicht auf der Fassadenplatte anliegt. Führen Sie nun die Bohrung durch.

Der Hub der Staubabsaugung ist auf eine Bohrer-Arbeitslänge von maximal 100 mm ausgelegt. Müssen zur Befestigung längere Bohrungen gesetzt werden, ist zunächst bis zur maximalen Bohrtiefe von 100 mm vorzubohren. Anschließend kann diese Bohrung mit größeren Bohrerlängen tiefer gebohrt werden. Beim Bohren ist immer auf einen dichten Sitz des Absaugkopfes auf dem Untergrund zu achten.

Wechseln des Staubbehälters:

Die Kapazität des Staubbehälters ist nach dem Bohren von 30 Bohrungen mit einem Durchmesser von 16 mm erschöpft und der Staubbehälter muss gewechselt werden. Für die Anzahl von Bohrungen wurde von einer 10 mm starken Fassadenplatte ausgegangen. Wird in stärkere Platten gebohrt, ist der Staubbehälter entsprechend früher zu wechseln.

  • Stellen Sie einen neuen Staubbehälter bereit.
  • Halten Sie den Bohrhammer waagrecht und lassen Sie diesen ca. 10 Sekunden laufen. Dadurch werden Staubreste, die sich in der Staubabsaugung abgelagert haben, in den Staubbehälter gesaugt.
  • Ziehen Sie den Staubbehälter aus der Staubabsaugung.
  • Stellen Sie den Staubbehälter ab und verschließen diesen mit dem Deckel des neuen Staubbehälters. Kleben Sie anschließend die Umlaufkante des Deckels mit Klebeband ab.
  • Kleben Sie auf den Behälter den Hinweis „Achtung, enthält Asbest“ und stellen Sie den Staubbehälter zur Entsorgung bereit.
  • Setzen Sie den neuen Staubbehälter in die Staubabsaugung ein.

Aufbewahrung von Bohrhammer und Staubabsaugung:

  • Halten Sie den Bohrhammer waagrecht und lassen Sie diesen ca. 10 Sekunden laufen. Dadurch werden Staubreste, die sich in der Staubabsaugung abgelagert haben, in den Staubbehälter gesaugt.
  • Ziehen Sie zunächst den Netzstecker oder entfernen Sie den Akku. Halten Sie nun die Maschine nach unten und tauchen Sie die ersten 10 cm der Absaugvorrichtung in das bereit gestellte Wasser ca. 10 cm tief ein (das Staubmodul bleibt dabei am Bohrhammer montiert). Mit kreisenden Bewegungen reinigen Sie den Bohrer. Lassen Sie das Wasser nach unten ablaufen. Es darf kein Wasser ins Gerät selbst gelangen, da sonst Beschädigungen auftreten können und später ggf. die Gefahr eines elektrischen Schlags besteht!
  • Der Bohrhammer und die Staubabsaugung müssen vor dem Aufbewahren feucht abgewischt werden.
  • Trennen Sie zum Aufbewahren den Bohrhammer von der Staubabsaugung.
  • Die Staubabsaugung darf nur mit eingeschobenem Staubbehälter aufbewahrt werden, da der Innenbereich durch Asbestfasern verunreinigt sein kann. Auch hier ist ein Hinweis „Achtung, enthält Asbest“ anzubringen.
  • Lassen Sie die Staubabsaugung bis zur nächsten Benutzung vollständig trocknen, um Beschädigungen oder elektrische Gefährdungen durch ggf. zurückbleibende Feuchtigkeit zu vermeiden.

5 Abfallbeseitigung

Asbesthaltige und asbestkontaminierte Abfälle sind als gefährlich eingestuft und unter Beachtung der TRGS 519 Nr. 18 gemäß den länderspezifischen Regelungen zu entsorgen.

6 Verhalten im Störfall

Muss während der Arbeit aufgrund einer Störung von diesem geprüften Verfahren abgewichen werden, ist die Arbeit zu unterbrechen. Die anwesende sachkundige verantwortliche Person bestimmt die weitere Vorgehensweise unter Berücksichtigung der TRGS 519.

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