BT 23 Verfahren: BOHREN VON FUSSBÖDEN MIT ASBESTHALTIGEM ESTRICH UNTER VERWENDUNG EINER SPEZIELLEN ABSAUGVORRICHTUNG

1 Anwendungsbereich

Lochbohrungen (mit einem Durchmesser von max. 32 mm) in asbesthaltigen Estrich zur Befestigung von Betriebs- und Sicherheitseinrichtung. Darunter zählen z. B. das Setzen von Schwerlastankern für Maschinenfüße oder für Regale. Für die Gewährleistung eines sicheren Stands werden Verbundankerpatronen verwendet. Diese setzen ein trockenes und staubfreies Bohrloch voraus.

2 Organisatorische Maßnahmen

Benennen Sie einen sachkundigen Verantwortlichen nach TRGS 519 Nr. 5.4.1.
Spätestens 7 Werktage vor Beginn der Arbeiten muss eine unternehmensbezogene Anzeige an die zuständige Aufsichtsbehörde erfolgen.
Erstellen Sie eine schriftliche Betriebsanweisung sowie eine Unterweisung aller der beim Umgang mit asbesthaltigen Gefahrstoffen Beschäftigten. Erstellen Sie außerdem eine Gefährdungsbeurteilung.
Die Arbeitsausführung darf nur durch fachkundige Personen und durch in das Arbeitsverfahren eingewiesenes Fachpersonal erfolgen.
Stellen Sie einen zweiten Mitarbeiter zum Herstellen der Bohrungen bereit.

3 Arbeitsvorbereitung

Der Arbeitsbereich muss zunächst eingegrenzt und gekennzeichnet werden.
Nachstehende Arbeitsmaterialien müssen bereitgestellt werden:

  • Bohrhammer für das Bohren im erforderlichen Durchmesser von max. 32 mm
  • einen bauartgeprüften Entstauber (Staubklasse H einschl. der „Zusatzanforderungen für Asbestsauger“) mit einem Mindestvolumen von 200 m³/h
  • Absaugvorrichtung mit Ausblasfunktion
  • Luftpistole mit einer Rohrverlängerung (mit einem Luftdruck von max. 4 bar). Der Durchmesser des Rohres sollte passend zur Öffnung in der Ausblasvorrichtung sein (Außendurchmesser 5 mm, Innendurchmesser 4 mm)
  • Absperrungen für den Arbeitsbereich / Schilder mit Zutrittsverbotskennzeichnung
  • Sicherheitsaufkleber „Achtung, enthält Asbest“ und Asbestwarnschilder
  • 10-l-Eimer, zur Hälfte gefüllt mit entspanntem Wasser (z. B. 2 ml Spülmittel auf 5 l Wasser)
  • Atemschutzmaske (mind. P2-Filter)
  • Einmaltücher
  • gekennzeichneter Behälter mit einem sicher verschließenden Deckel

4 Arbeitsausführung

  • Legen Sie vor Beginn der Arbeiten eine Atemschutzmaske an.
  • Schalten Sie den Entstauber ein und halten Sie diesen bis zur endgültigen Beendigung Ihrer Arbeiten in Betrieb.
  • Schließen Sie die Absaugvorrichtung an den Schlauch des Entstaubers und zentrieren Sie diese über der Bohrungsmitte.
  • Fertigen Sie das Bohrloch bis zur gewünschten Bohrtiefe an.
  • Legen Sie den benutzten Bohrer nach Durchführung der Bohrung in das bereit gestellte Wasser. Um die Bohrlöcher stets trocken zu halten, ist der Bohrer vor der weiteren Verwendung vollständig zu trocken. Alternativ können Sie auch für jede weitere Bohrung einen zusätzlichen, trockenen Bohrer einsetzen.
  • Klappen Sie die Ausblasfunktion in die Absaugvorrichtung ein und blasen Sie das Bohrloch mit Druckluft aus.
  • Wischen Sie beim Herausziehen das Rohr der Luftpistole feucht ab.

Nach Fertigstellung der Bohrung

  • Trennen Sie die Absaugvorrichtung vom Entstauber und legen Sie diese in das Wasserbad.
  • Setzen Sie die Verschlusskappe auf den Saugschlauch auf und schalten Sie den Entstauber aus.
  • Entfernen Sie den Reststaub auf allen Oberflächen mit einem feuchten Tuch und legen Sie das Tuch in den Entsorgungsbehälter.
  • Spülen Sie die Bohrer, die sich im Wasserbad befinden, ab und trocknen Sie diese mit einem sauberen Lappen.
  • Legen Sie die Atemschutzmaske ebenfalls in den Entsorgungsbehälter.

5 Abfallbeseitigung

Asbesthaltige und asbestkontaminierte Abfälle sind als gefährlich eingestuft und unter Beachtung der TRGS 519 Nr. 18 gemäß den länderspezifischen Regelungen zu entsorgen.
Das asbestkontaminierte Reinigungswasser ist wie Abwasser zu entsorgen.

6 Verhalten im Störfall

Muss während der Arbeit aufgrund einer Störung von diesem geprüften Verfahren abgewichen werden, ist die Arbeit zu unterbrechen. Die anwesende sachkundige verantwortliche Person bestimmt die weitere Vorgehensweise.

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